Warum gerade die Psychosomatik? Teil 2: Der Weg der Heilung

Der erste Schritt zur Heilung war jener, zu erkennen, dass ich nicht vor meinen Themen wegrennen kann. Egal, wie oft ich Job oder Land wechselte, nach kurzer Zeit kam der Alltag und somit der Frust zurück. Mein gepackter Rucksack war mein ständiger Begleiter.

Die zweite und noch viel wichtigere Erkenntnis war diese, dass es keine schnelle Lösung á la Medikamente usw. geben werde, zumindest nicht, wenn ich eine nachhaltige Lösung anstrebte. Denn, setzt man die Medikamente wieder ab, dann kommen die Symptome auch garantiert wieder. Möchte man nun nicht in ständiger Abhängigkeit leben, sondern selbst der Meister seines Lebens sein, dann sind Medikamente definitiv nicht der Weisheit letzter Schluss.

Ich ging sogar noch einen Schritt weiter, auch die Abhängigkeit von einem Therapeuten war für mich auf die Dauer nicht mehr zufriedenstellend.

Unbestritten traf ich auf meinem Weg viele sehr gute Therapeuten, die ihr Handwerk sehr gut beherrschten. Ich war jedoch eher auf der Suche nach Antworten und einem Mentor und Begleiter.

Ich entschied mich damals für ein TCM Studium an der Biomedica in Glattbrugg (ZH). Für die TCM entschied ich mich aus mehreren Gründen, ein wesentlicher war jedoch, dass ich zuvor als Patient selbst erfahren dufte, wie gut mir die TCM bei meinen psychosomatischen Erkrankungen half.

Für die Biomedica entschied ich mich, weil, na, wie sag ich das nun? Unumwunden: Bauchgefühl. Ich wusste: "diese Schule wird es sein!" schon als ich am Infotag zur Tür rein kam. Nun musste nur noch der Verstand überzeugt werden. Also: Konzept passte, Schulleitung machte einen überaus kompetenten Eindruck, Mitarbeiter waren sympathisch. Ich konnte einfach kein Gegenargument finden. 

Es folgten also 4 Jahre Studium in TCM und die Reise in mein Innerste startete. 

Wir lernten sehr viel darüber, Muster zu erkennen, die Ursachen, die Folgen davon. Aber das wesentlich Wichtigere war die Möglichkeit, die uns in dieser Ausbildung offenbart wurde, unsere eigenen Muster zunächst einmal zu erkennen und sich mit Ihnen auseinander zu setzen. Wir wurden dabei begleitet, die Botschaft hinter jedem Leiden zu erkennen, diese anzunehmen und die Last und das Leiden in Frieden gehen zu lassen.

Ich gebe zu, nicht jede Botschaft ist immer leicht zu erkennen. Und ich habe die unterschiedlichsten Techniken ausprobiert, um wirklich an den Ursprung meines Leidens zu kommen. Von systemischer Arbeit, über Hypnose zu medizinischem Qi Gong bis Rückführungen, es war alles dabei. Und alles kann ich auch weiterempfehlen, denn es hat mich immer genau zum richtigen Zeitpunkt an die richtige Technik herangeführt, die ich gerade benötigte um die nächste Botschaft zu entschlüsseln.

 

Nun liegt es daran, die Botschaft auch anzunehmen, zu integrieren, als Teil seiner Selbst zu akzeptieren. Das ist oftmals eine Mammutarbeit. Denn aufgrund von Erziehung und Prägungen, die wir erfahren durften, leben wir meist in der Annahme, es gäbe inakzeptable oder schlechte Eigenschaften. Und wem fällt es schon leicht, etwas Schlechtes als Teil von sich zu akzeptieren?

Aber wir dürfen auch dies als das erkennen, was es ist:

 

"Ein Muster, dessen Ursache unsere Prägung ist und dessen Folge unser Leiden!"

 

Also schmeisst diese Ansichten über gutes und schlechtes Verhalten oder inakzeptable Charaktereigenschaften getrost über den Haufen! Dieses Schwarz / Weiss-Denken und vorverurteilen von Allem und Jedem ist die wahre Ursache von all unseren Krankheiten.

Somit war die dritte wichtige Erkenntnis auf meinem Weg: Wenn ich mich bis zur Unkenntlichkeit verbiege nur um anderen zu gefallen, finde ich mich selbst so abstossend, dass ich selbst mit mir nicht mehr leben möchte!

 

Ich gebe zu, die Zeit, in der man beginnt im Leben aufzuräumen, wird zu Beginn keine leichte sein. Man stösst auf Widerstände. Denn dein Umfeld möchte nicht, dass Du plötzlich die Dinge hinterfragst und dich aus der Opferrolle herausbewegst und zum Schöpfer deines eigenen Lebens wirst. Schöpfer sind frei! Sie sind kreativ! Sie lassen sich nicht mehr manipulieren! Sie sind aktiv! Sie leben das Leben, das für sie bestimmt ist! Sie sind glücklich! Sie leben in Leichtigkeit! Sie hören auf ihr Bauchgefühl! Und sagen auch mal Nein, wenn es sein muss!

Klingt doch gut, so ein Leben als Schöpfer, oder? Und genau deshalb lohnt sich der Weg mit alle seinen Höhen und Tiefen, mit all den Widerständen, die sich vielleicht, oder vielleicht auch nicht, einstellen werden.

 

Ich durfte auf meinem Weg begleitet werden, ich habe weise und liebevolle Mentoren gefunden, die mit einer Engelsgeduld an meiner Seite standen. Deshalb ist es auch für mich so wichtig, Euch auf Eurem Weg zu begleiten. 

In der Therapie aktiviert ihr Eure Selbstheilungskräfte. Alles Wissen ist schon in Euch vorhanden, es braucht nur ab und zu eine Begleitung, die einen Teil deines Weges mit Dir zusammen gehen wird. Die an deiner Seite ist und Dich hält. Die Dir ein Ohr schenkt, oder auch zwei. Oder die Dir einfach am Anfang auch etwas den Schmerz lindert, sodass Du Dich wieder auf deinen Weg konzentrieren kannst.

Das sehe ich als meine Aufgabe und ich freue mich, wenn ich auch Dich begleiten kann.