Warum gerade die Psychosomatik? Teil 1: Der Leidensweg

Bei mir fing alles mit Migräne in der Pubertät an. Zu meinen besten Zeiten lag ich durchschnittlich an zwei Tagen pro Woche mit Migräne im Bett. 

Es hagelte immer wieder Ermahnungen von den Lehrern, später von den Ausbildern, man dürfe nicht immer so viel verpassen. Irgendwann bekam ich das Gefühl, alle halten mich für faul und meine Migräne nur für eine Ausrede, um am Unterricht nicht teilnehmen zu müssen. So begann der erste von vielen Ärztemarathons in meinem Leben.

Von Hausarzt über Neurologe, Orthopäde, Physiotherapeut, Masseur und Dorntherapeut bis hin zu Psychologe - das komplette "Who is Who" der medizinischen Welt wurden von mir aufgesucht. 

Jeder einzelne von Ihnen hatte recht schnell eine zunächst logisch klingende Antwort parat, warum ich an Migräne leide. Leider haben alle Therapievorschläge und Behandlungen keine nennenswerte Besserung gezeigt. Also wurde mir nach circa einem Jahr unterbreitet meine Migräne sei chronisch und ich müsse von nun an damit leben. 

Ich schleppte mich also täglich mit Schmerzmittel vollgepumpt zur Arbeit und "trainierte" meinen Körper darauf, dass er nur noch am Wochenende krank sein durfte.

 

Mit circa 30 kam chronischer Durchfall hinzu. Die nächsten 6 Jahre meines Lebens waren davon bestimmt, dass ich eigentlich fast nichts mehr, von dem ich ass, bei mir behalten konnte. Es lief meist nach dem selben Schema ab. Kurz nachdem ich gegessen hatte, bekam ich einen Blähbauch. Mein Bauch wurde manchmal so dick und gespannt, dass ich aussah als sei ich  schwanger (und wurde darauf nicht nur einmal angesprochen ;-)).

Dann kamen die schmerzhaften Krämpfe und circa 30 Minuten später der Durchfall. Tag ein, Tag aus. Jahr für Jahr. Und somit stellten sich auch Begleiterscheinungen ein, da ich die Nährstoffe ja kaum bei mir behalten konnte. Haarausfall, brüchige Nägel, Hautprobleme, chronische Müdigkeit, Verspannungen... Diagnose: Reizdarm. Ausgelöst: Psychosomatisch

Meine Nerven lagen Plank! Zu guter Letzt kamen so also auch noch innere Unruhe, Herzrasen, Panik und chronische Schlaflosigkeit hinzu. Diagnose: vegetative Dysfunktion, eigentlich eine andere Umschreibung für: Psychosomatisch

 

Ich war damals gerade erst 36 Jahre alt und wusste nicht mehr, woher ich eigentlich noch die Kraft nehmen soll, um den Alltag zu überstehen. Geschweige denn für die nächsten 36 Jahre so weiter zu machen.

Hilfe von den Ärzten? Aussichtslos. 

 

Wahrscheinlich beginnen bei vielen von uns die Beschreibungen des eigenen Leidensweges so oder so ähnlich. 

 

Ich wollte mich jedoch nicht damit zufrieden geben, dass der Rest meines Lebens nur noch von Schmerzen, Panikattacken und Schmerztabletten bestimmt werden soll. Ich entwickelte ein "gesundes Misstrauen" allen Ärzten gegenüber und machte mich auf die Suche nach den Ursachen dieser Erkrankungen.

 

Wenn die Psyche der Auslöser für alles ist, dann wollte ich herausfinden, was meiner Psyche auf dem Herzen liegt. 

(Dieses kleine Wortspiel konnte ich mir nun nicht verkneifen. Und ihr werdet später noch erfahren, was es genau damit auf sich hat.)

 

In dieser 3 teiligen Reihe beschreibe ich meinen Weg in ein schmerzfreies und glückliches Leben. 

Erfahrt im zweiten Teil der Reihe "Der Weg der Heilung" welche Erfahrungen ich machen durfte, durch welche Höhen und Tiefen ich gehen musste, welchen Ängsten ich mich stellen musste und wie wichtig es ist, den Mut zur Veränderung aufzubringen.