Wie uns grenzenlose Höflichkeit krank werden lässt

Es gibt Situationen im Leben, da müssen wie für uns einstehen! Mutig und bestimmt. Wir müssen Grenzen setzen und akzeptieren, dass auch ein "Nein" eine mögliche Option ist.

Ist eine Situation für uns nicht stimmig, bekommen wir Bauchschmerzen von der Entscheidung, die wir treffen sollen oder schmerzt der Kopf, wenn wir nur an eine bestimmte Tatsache denken, dann möchte uns der Körper mitteilen, was die Seele schon längst weiss: 

Es ist Zeit "Nein" zu sagen und klare Grenzen zu ziehen.

Natürlich soll das nun kein Apell sein, alle Höflichkeit und nette Umgangsformen im Leben miteinander über Bord zu werfen! Doch, in erster Linie sollte ein liebevoller Umgang miteinander immer erst mal bei sich selbst anfangen.

Sei lieb zu Dir selbst.

Und das heisst auch: Steh für Dich ein! Und gehe deinen Weg. Auch wenn ihn andere nicht für gut heissen.

Oder besser gesagt: Dann erst recht! Denn dann weisst Du, dass es dein Weg ist.

 

Warum fällt uns das jedoch so oft schwer gesunde Grenzen zu ziehen? Warum greifen wir lieber zu einer Notlüge und fühlen uns danach schlecht, als den Mut aufzubringen, meinem Gegenüber mitzuteilen, dass ich anderer Meinung bin, andere Ansichten und Lebenspläne habe?

Dabei jedoch nicht in die Rechtfertigung gehen oder den Partner von meiner Meinung, als die bessere überzeugen wollen und sich dann in unnötige Diskussionen und Streitereien begeben.

Ein einfaches aber bestimmtes "Nein" reicht vollkommen aus. Oder ein einfaches "Ich fühle, sehe, denke für mich da anders" und dann einfach ein Punkt setzen. 

 

Es fällt uns deswegen schwer, weil wir nie gelernt haben "Nein" zu sagen. Schlimmer noch, in frühester Kindheit wurden wir darauf konditioniert, dass wir die elterliche Liebe und die Akzeptanz in der Schule nur spüren, wenn wir gehorsam sind. Und das hiess, wenn wir Dinge tun mussten, die für uns nicht stimmig waren: "Ja" sagen und mit dem Kopf nicken, wenn wir "Nein" meinen und am liebsten "Schreien" würden.

 

Doch jedes Wesen möchte geliebt und akzeptiert werden. Also beginnen wir uns "gespielt höflich" zu benehmen.

Gespielt? Warum gespielt? Viele Leser werden nun auf die Barrikaden gehen: "Ich bin doch höflich. Ich spiele das doch nicht nur! Ich bin ein guter Mensch!" Na, uns ist dieses konditionierte Verhalten, diese Erziehung so in Fleisch und Blut übergegangen, dass wir glauben es sei unser eigenes inneres Wesen!

Doch nun frage ich: Wie oft sagst Du "Ja", obwohl Du "Nein" meinst? Wie oft greifst Du zu einer Notlüge oder zu einer Ausrede? Ist lügen, sei es auch nur um den anderen nicht zu verletzen, höflich und liebevoll? Nein, es ist höchstens nett gemeint. 

 

Aber was hat man von diesen Nettigkeiten?

 

Was hast Du davon, wenn Du krank wirst durch diese "Höflichkeit" dem anderen gegenüber? Was hast Du davon, wenn Du all deine eigenen Lebenspläne aufgibst, nur, um den anderen nicht zu verletzen? Hast Du nach wie vor innerlich die Hoffnung, irgendwann für dieses aufopfernde Verhalten belohnt zu werden? Was ist, wenn ich Dir nun sage, dass Du dafür schon jetzt belohnt wirst? Ja, genau! Jeder Mensch erntet das, was er zuvor säht. Das ist das Prinzip von Ursache und Wirkung.

Wenn Du ein Leben lebst, dass für Dich nicht stimmig ist, deine Grenzen immer wieder aufgibst und deine Lebensträume hinten- anstellst, nur um höflich zu sein und geliebt zu werden, dann wirst Du davon krank. 

Gefühle von Trauer, Schwere, Depression, Frust, Wut... Aber auch Schlafstörungen, Magen-Darm-Probleme, Migräne und so vieles mehr können davon kommen.

 

Wir müssen gesunde Grenzen setzen. Wir dürfen höflich aber bestimmt "Nein" sagen. Wir haben das Recht unseren eigenen Weg zu gehen und glücklich und schmerzfrei zu sein. Mit Leichtigkeit und Freude durchs Leben zu tanzen. Jeder!

 

Und wir dürfen unserem Gegenüber danken, dass er uns in die Situation brachte. Denn manchmal benötigt es ein paar unangenehme Situationen im Leben, damit wir uns überhaupt wieder darüber bewusst werden, was wir eigentlich wollen und wofür wir auf der Welt sind. Was unserem Leben einen Sinn gibt.